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Stiftung spendet Geld für drei langfristige Projekte PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 02. Juli 2009

Bericht aus der Eppsteiner Zeitung vom 25.06.2009:

Der bundesweite Aktionstag der Bürgerstiftungen war natürlich auch für Stiftungsmitglied Ute Jürges willkommener Anlass, um drei wichtige Projekte vorzustellen, die die ehemalige Rektorin der Eppsteiner Burg-Schule von Anfang an betreut. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Rudolf Mäusle hatte sie für die Präsentation die Leseförderung an der Burg-Schule, den Schulgarten an der Freiherr-vom-Stein-Schule und den Garten der Sinne im Altenpflegeheim des Main-Taunus-Kreises herausgegriffen, „weil sie langfristig angelegt sind und der Stiftung Jung und Alt besonders am Herzen liegen“, fasste Jürges zusammen.

An der Burg-Schule überreichte Ute Jürges Dr. Christina Cantzler den letzten Scheck über 300 Euro für die Leseförderung des laufenden Schuljahres. Die Leiterin der Stadtbibliothek ist von Anfang an wichtigste Mitarbeiterin der Leseförderung. Auf Wunsch eines Stifters, der nicht genannt werden möchte, wurde die Leseförderung bereits im vorigen Schuljahr initiiert. Allein in diesem Schuljahr haben 13 Schüler und Schülerinnen des zweiten Schuljahres davon profitiert.
Christina Cantzler legt Wert darauf, dass jedes Kind sich sein Buchselbst aussucht. Angefangen habe man im vorigen Herbst mit der „Magischen-Baumhaus-Reihe“ und sich langsam gesteigert. „Inzwischen lesen einige sogar schon die dicken Harry-Potter-Romane“, berichtete Christina Cantzler stolz, andere begeistern sich für Sachbücher.
 

 
 „Für eine so individuelle Förderung in Kleingruppen zu zwei oder drei Kindern haben wir weder das Personal noch das Geld“, räumte Schulleiter Clemens Remsperger unumwunden ein. Er hofft natürlich, dass die Leseförderung auch im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird. Insgesamt flossen im Laufe des Schuljahres 1300 Euro. „Das sind rund 100 Euro pro Schüler“, rechnete Jürges aus.

Fast seit ihrer Gründung unterstützt die Stiftung außerdem den Schulgarten der Freiherr-vom-Stein-Schule. Vor knapp zwei Jahren wurde der alte Garten beim Bau des Multifunktionsplatzes oberhalb des Schul-Neubaus eingeebnet. Zuvor hatten Biologie-Lehrerin Heike Bletz und ihr ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgemeinschaft Schulgarten, Martin Alberts, etliche Pflanzen für die neuen Beete gerettet, die im vergangenen Jahr im Rahmen der Projektwoche am Hang oberhalb der Schule angelegt worden waren.

 

Rund 20 Jungen und Mädchen aus allen Klassenstufen arbeiten seitdem in der Arbeitsgemeinschaft mit. „Mit so viel helfenden Händen bekommen wir einiges in den beiden Stunden der wöchentlichen Arbeitsgemeinschaft geschafft“, freut sich Alberts über den Eifer der Schüler und Schülerinnen. Die Kinder haben im Frühjahr Bohnen, Erbsen, Salat und Mangold gesät. Dazwischen stehen Sommerblumen wie in einem alten Bauerngarten. Sie haben die ersten Erdbeeren im neuen Garten geerntet, einige Himbeeren sind ebenfalls schon reif. Auf der geplanten Streuobstwiese neben dem Garten betreut eine Gruppe von Schülern die ersten Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume. Am üppigsten grünen zur Zeit Rosmarin, Salbei, Zitronenmelisse und Co. auf der Kräuterschnecke.
Demnächst wird ein Geräteschuppen gebaut. Ein leerer Tank, der künftig die Regenwasserversorgung sichern soll, muss noch abgedichtet werden. Bisher muss das Wasser mit dem Schlauch nach oben gepumpt werden. Als nächstes plant die Schule ein Gewächshaus. „Doch dafür müssen wir noch etwas Geld sammeln“, räumte Lehrerin Bletz ein. Ute Jürges überreichte als Grundstock dafür Alberts und Bletz einen Scheck über 200 Euro.
Weitere 300 Euro überreichte Ute Jürges an Annette Lentz, Lehrerin an der Gesundheitsakademie des Main-Taunus-Kreises in Bad Soden. Seit Jahren ist sie mit ihrer Klasse im Rahmen der praktischen Ausbildung im Altenpflegeheim des MTK in der Langenhainer Straße. Schwerpunkt ist die Demenzgruppe und das Versorgen verwirrter, alter Menschen. Dabei hatten die jungen Besucher vor vier Jahren die Idee, den völlig verwilderten Garten zu roden und neu anzulegen. Inzwischen entstand, auch dank der Unterstützung der Stiftung, ein Garten der Sinne, in dem die Heimbewohner Pflanzen entdecken, die sie aus ihrer Jugend kennen.
„Unsere Schülerinnen haben die Gartenarbeit mit der Biografiearbeit verknüpft“, erläuterte Lentz den Zusammenhang zur Ausbildung. Sie ist Teil eines Konzeptes für die Pflege von Demenzkranken Menschen, das von der Gestaltung der Umwelt nach dem Vorbild der 30er oder 40er Jahre ausgeht, als diese Patienten noch jung waren. Deshalb habe man für den Garten der Sinne die für einen Bauerngarten typischen Pflanzen ausgewählt, sagte Lentz. Außerdem wurden Kübel aufgestellt, in denen auch Rollstuhlfahrer Erdbeeren pflücken
oder duftende Kräuter entdecken können. Jedes Jahr wird der Garten ein wenig erweitert. Geld für neue Pflanzen oder Kübel stellt die Stiftung zur Verfügung. Im vorigen Jahr wurde das erste Spalierobst geerntet, freute sich Lentz. Ende Juni, wenn die nächste Gruppe nach Eppstein kommt, ist immer noch Erdbeerzeit. Lentz: „Das heißt, dann wird gebacken und eingekocht.“ Sie hat außerdem beobachtet: „Wenn der Salat selbst gepflückt und gewaschen wurde, erkennen ihn die Heimbewohner und essen ihn viel lieber.“ Diese Erfahrung, die alten Menschen wenn möglich, alltägliche Dinge selbst machen zu lassen, „bleibt bei den Auszubildenden hängen“, ist Lentz überzeugt. bpa

 
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