Neujahrsempfang 2020


Gardetänzer, Junior-Rotkreuzhelfer und Schülerpaten stellten sich
fürs Gruppenfoto zum Jugendpreis der Bürgerstiftung zusammen.
Quelle: Eppsteiner Zeitung vom 20.01.2020
Foto: jp

Klimawandel war Top-Thema beim Neujahrstreff

Mit ihrer wunderbaren Stimme verzauberte die 15-jährige Elena Wiederhold, die voriges Jahr bei „The Voice Kid“ im Fernsehen auftrat, am Sonntag die Zuhörer beim Neujahrsempfang im Bürgersaal. Den mit viel Gefühl vorgetragenen Titel „What a wonderful World“ nutzte Stadtverordnetenvorsteher Bernhard Heinz denn auch als Überleitung zu seiner philosophischen Neujahrsbetrachtung über Eppstein, das erhalten und verbessert werden müsse. Er wies auf Initiativen wie den Fairtrade-Stand, die Eppsteiner Imker und ihr Projekt „Eppstein blüht auf“ im Foyer des Bürgerhauses hin.

Auch Bürgermeister Alexander Simon machte das Klima zum Thema seiner Ansprache: Die beiden trockenen Sommer hätten den Eppsteiner Wald schwer in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb warb er für eine neue Initiative der Bürgerstiftung, die ihr Projekt „1000 Bäume für den Stadtwald“ im Foyer des Bürgerhauses vorstellte. Auf den Klimawandel ging der Stadtverordnetenvorsteher gleich in doppeltem Sinne ein: auf das meteorologische und das gesellschaftliche Klima. Über die Erderwärmung, so Heinz, werde in Fachkreisen schon seit vielen Jahrzehnten diskutiert, die vergangenen beiden Sommer mit Rekordtemperaturen hätten aber nun ganz konkret gezeigt, dass der globale Klimawandel auch in Eppstein angekommen sei.

Das neue Jahr startet mit Rekordzahl und Steuererhöhung

Der Stadtverordnetenvorsteher sprach von wichtigen Weichen, die die Politik stellen müsse und den vielen Möglichkeiten, die jeder einzelne zum Erhalt der Umwelt beitragen könne. Für Panik sehe er keinen Grund, es gehe um einen grundlegenden Umbruch weg von fossilen Brennstoffen zu Energie aus Photovoltaik, Windenergie und Wasserstoff, sagte Heinz. Den Kohleausstieg versteht er als Aufbruch von veralteter Technik hin zu neuer Umwelttechnologie und sieht darin auch wirtschaftliche Chancen für Deutschland.

Größere Sorgen bereite ihm die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas: Obwohl die Hessen laut jüngster Umfrageergebnisse optimistischer denn je in die Zukunft blicken, nehme das Zutrauen in die Lenkungsfähigkeit der Politik und des Staates ab. Dass Kompromisse, obwohl sie notwendiger Teil des demokratischen Prozesses seien, ein so schlechtes Image haben, missfällt ihm. Kaum eine politische Entscheidung könne ohne heftigen Widerstand und öffentliche Erregung umgesetzt werden. Das wiederum verschaffe dem politischen rechten Rand Aufschwung.

Der Umgangston sei rau geworden. Hasskommentare im Internet und Gewalttätigkeit gegen Einsatzkräfte oder Politiker, auch die zunehmende Emotionalität, mit der Menschen Entscheidungen treffen, bergen Gefahren für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Denn Emotionen seien schwierig zu kontrollieren, vor allem, wenn keine moralischen Grenzen gezogen und die Freiheit und Würde anderer Menschen missachtet würden.

Ein gesellschaftlicher Bruch in den 1970er Jahren sei neuen soziologischen Erkenntnissen zufolge die Ursache für diese Entwicklung: Uneingeschränkte Selbstverwirklichung und das Ausleben von Emotionen wurden damals gefordert, ohne zu bedenken, dass Emotionen, wenn sie nicht kontrolliert werden, leicht ins Negative umschlagen können und sich in Hass und Wut verwandeln.

Bürgermeister Alexander Simon blickte in seiner Neujahrsansprache auf „ein Jahr der Konstanten“ zurück und zeigte sich optimistisch für die Entwicklung im neuen Jahr: Das Glasfasernetz werde zügig ausgebaut, weitere kostenlose W-LAN-Hotspots würden eingerichtet, zwei Carsharing-Autos seien im Einsatz, zwei weitere sollen demnächst dazukommen. Bremthal bekomme einen neuen Kunstrasenplatz, die Burg dank des Burgvereins eine neue Beleuchtung.

Mit 13 806 Einwohnern zum Stichtag 31. Dezember sei Eppstein so groß wie noch nie zuvor. Das bürgerschaftliche Engagement sei ungebrochen groß, lobte der Bürgermeister und nannte als Beispiel das Sonntagscafé im Familienzentrum, das von vielen Ehrenamtlichen als Antwort auf die Schließung des Burg-Cafés aufrecht erhalten werde, oder die Altstadtinitiative, die neue Ideen für Eppstein entwickeln wolle. Das laut Simon „positive Zeugnis für das neue Jahr“ werde aus seiner Sicht auch nicht durch die Erhöhung der Grundsteuer getrübt.

Im Schnitt werde jeder Haushalt mit 7 Euro pro Monat belastet, warb er um Verständnis und wies auf die zahlreichen Projekte hin, die die Stadt auch in Zukunft stemmen müsse: Der Neubau eines Kindergartens werde gerade vorbereitet und der Ausbau der Gimbacher Straße. Weiterbetrieben werde die Überarbeitung der Bebauungspläne für bestehende Wohngebiete. 2020 sei Niederjosbach an der Reihe. Dabei werden Möglichkeiten zur Nachverdichtung ausgelotet – ein wichtiges Potenzial für Eppstein, da es kaum noch nennenswerte Neubaugebiete erschließen kann.

(Quelle: bpa, Eppsteiner Zeitung vom 20.01.2020)


Den kompletten Artikel zum Neujahrempfang der Stadt Eppstein aus der Eppsteiner Zeitung vom 20.01.2020 finden Sie [HIER]


 


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